Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

Was ist eine Magenschleimhautentzündung ?

Die Magenschleimhautentzündung wird in der Fachsprache Gastritis genannt. Es handelt sich um eine akute oder chronische Entzündung der Magenschleimhaut auf Grund einer Schädigung durch Schleimhaut reizende Stoffe. Allerdings sind beides eigenständige Krankheitsbilder mit verschiedenen Ursachen und unterschiedlichem Verlauf.

Während bei der akuten Gastritis nur eine Form bekannt ist, werden bei der chronischen drei Typen unterschieden (Typ A, Typ B und Typ C), was sich nach der auslösenden Ursache richtet. Die Erkrankung ist durch einen sehr langen Krankheitsverlauf über Wochen oder auch Jahre gekennzeichnet.

Heutzutage haben fast 50 Prozent der über 50-jährigen in den westlichen Ländern eine chronische Gastritis, wobei diese meist völlig unbemerkt verläuft.
 
 

Symptome

Bei der akuten Gastritis treten in der Regel nach der Nahrungsaufnahme starke Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, körperliche Schwäche, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen oder auch eine belegte Zunge und Mundgeruch auf. Das ständige Aufstoßen ist ein typisches Zeichen der akuten Form der Erkrankung.

Ein schweres Symptom der akuten Gastritis ist die Blutung der Magenschleimhaut: Erbricht sich der Patient gleich nach Beginn der Blutung, ist es noch hellrot. Wenn sich das Blut schon mit der Magensäure vermischt hat, ist es braun-schwarz gefärbt und wenn es über den Darm ausgeschieden wird, färbt sich der Stuhl des Patienten schwarz.

Die Beschwerden einer chronischen Gastritis sind meist Übelkeit, Erbrechen, drückender Schmerz in der Magengegend und Appetitlosigkeit. Oftmals machen sich auch Müdigkeit, Blässe und ein Leistungsverlust bemerkbar.
 
 

Ursachen

Die Auslöser einer akuten Magenschleimhautentzündung sind meist schwere Erkrankungen. Auch nach exzessivem Alkoholgenuss, nach Medikamenteneinnahme, Rauchen, Infektionen und besonders nach Stresssituationen, die psychisch oder auch physisch sein können, tritt die akute Form der Gastritis auf. Auch unkontrollierte Essgewohnheiten gehören zu den auslösenden Faktoren.

Die Ursachen der chronischen Typ A Gastritis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper gegen das eigene Gewebe gebildet werden. Der Auslöser der Typ B Erkrankung ist das Bakterium Helicobacter pylori, das die Schleimhaut schädigt und zu einer erhöhten Magensäureproduktion führt. Für die Typ C Gastritis ist zum Beispiel eine Erkrankung der Galle verantwortlich, bei der Gallensaft aus dem Zwölffingerdarm in den Magen zurückfließt. Dadurch kommt es ebenfalls zu einer Schleimhautschädigung.
 
 

Wann ist ein Arzt auzusuchen ?

Normalerweise lassen die Beschwerden einer leichten Magenschleimhautentzündung innerhalb weniger Tage nach und verschwinden völlig.

Ist das nicht der Fall und bleiben die Symptome bestehen, ist es ratsam, einen Arzt nach den Ursachen suchen zu lassen.

Wenn es bereits zu einem schweren Verlauf der Erkrankung mit Blutungen gekommen ist, handelt es sich um einen Notfall, der im Krankenhaus behandelt werden muss.
 
 

Diagnose

Während eines Arztbesuches wird Gastritis häufig als Verdachtsdiagnose gestellt. Ganz sicher lässt sich die Magenschleimhautentzündung nur durch eine Inspektion des Magensaftes über eine Magenspiegelung (Endoskopie) oder einer Gewebeentnahme (Biopsie) stellen.

Für die Diagnose eines Helicobacters pylori werden spezielle Test durchgeführt. Dies kann zum Beispiel ein Atem- oder Harntest sein. Sind im Blut des Patienten Antikörper gegen die Bakterien zu finden, geht der Arzt davon aus, dass die Infektion zu diesem Zeitpunkt ziemlich akut ist.



 
 

Behandlung

Die Behandlung der Magenschleimhautentzündung richtet sich danach, ob es sich um eine akute oder chronische Form der Krankheit handelt.

Zur Therapie der akuten Gastritis, werden Medikamente eingesetzt, welche die Magensäureproduktion hemmen. Dadurch werden Schmerzen deutlich gelindert und Verletzungen der Schleimhaut heilen ab.

Die Patienten setzen in dieser Zeit Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten ab und vermeiden Alkohol, Kaffee, Zigaretten, Schokolade und Tee, um den gewünschten heilenden Effekt zu erreichen.

Setzen im Laufe der Erkrankung Magenblutungen ein, wird die Blutungsstelle mit Hilfe einer Magenspiegelung gesichtet und mit einem Laser gestillt. Die Blutungsstelle kann auch mit einem Medikament unterspritzt werden. Sind die Blutungen dafür zu stark, ist eine Operation notwendig.

Eine akute Gastritis heilt in den meisten Fällen innerhalb von wenigen Tagen folgenlos und spontan ab. Eine Besserung tritt häufig schon im Laufe des Tages ein.

Die Behandlung der chronischen Gastritis ist nicht immer notwendig, solange keine nennenswerten Beschwerden auftreten. Handelt es sich um eine Infektion mit Helicobacter-Bakterien, wird diese über einen Zeitraum von sieben Tagen mit Antibiotika behandelt.

Auch bei einer chronischen Gastritis ist Kaffee, Alkohol, Tee, Schokolade oder Nikotin zu vermeiden, was zu einer Besserung der Symptome führt.



 
 

Komplikationen

Die deutlichste Komplikation der Magenschleimhautentzündung ist eine Magenblutung, die lebensbedrohlich sein kann. Eine konservativ nicht zum Stillstand zu bringende Blutung muss operativ gestillt werden.

Eine weitere Folge der Magenschleimhautentzündung ist das Auftreten von Magengeschwüren, welche wiederum Blutungen auslösen und Narben verursachen. Auch Magenkrebs ist oftmals das Resultat dieser Erkrankung.

Durch die andauernde Reizung der Magenschleimhaut, wird diese stark geschädigt, wodurch sich eine chronische Form der Gastritis entwickeln kann.
 
 

Prävention

Der beste Schutz vor einer Magenschleimhautentzündung ist ein gemäßigter Lebenswandel. Dazu gehört der Verzicht auf fettige Mahlzeiten, übermäßigen Alkoholgenuss und den häufigen Gebrauch von Schmerzmitteln. Das schont den Magen sowie andere Organsysteme.

Auch Kaffee und Zigaretten greifen die Schleimhaut an, daher ist der Genuss einzuschränken, um der Erkrankung vorzubeugen.

Treten die Beschwerden im Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten auf, sollte dies dem Hausarzt berichtet werden, damit er ein anderes Präparat verschreiben kann.

Eine gute Möglichkeit, um einer Magenschleimhautentzündung aus dem Weg zu gehen, ist das Vermeiden von Stress. Verschiedene Entspannungstechniken bieten dabei eine gute Grundlage.
 
 

Was kann ich selbst tun ?

Grundsätzlich ist es ratsam, auch während der Behandlung einer Magenschleimhautentzündung die auslösenden Faktoren wie Tee, Nikotin, Kaffee, Alkohol, Stress und fettige Speisen wie Schokolade zu vermeiden.

Zur Selbstbehandlung gibt es einige pflanzliche Wirkstoffe, die bei akuter Gastritis lindernd wirken. Dazu gehören fertige Kräuterteesorten, die in der Apotheke erhältlich sind. Sie zeichnen sich besonders durch ihre entzündungshemmende Wirkung aus.