Myome

Was sind Myome?

Myome sind gutartige Geschwülste in der Gebärmutter. Sie entwickeln sich dort aus Muskelzellen. Östrogen fördert ihr Wachstum, so dass Myome nur bei geschlechtsreifen Frauen vorkommen – niemals vor der Pubertät. Ihre Größe variiert und kann bis zu vielen Zentimetern reichen.
 
 

Symptome

Manche Frauen haben Myome, aber spüren nichts. Myome gelten als häufigste Geschwulst der glatten Muskulatur der Gebärmutter. Je nachdem wo sie liegen, bereiten sie Probleme oder fristen ihr Dasein gänzlich unbemerkt. Der Gynäkologe entdeckt die verborgenen Tumoren als Zufallsbefund während einer Untersuchung.

Etwa die Hälfte der Myompatientinnen klagt dagegen über Blutungsstörungen wie eine zu lange oder eine zu starke Menstruationsblutung. Bei einem Drittel kommen Schmerzen hinzu. Zu starke Blutungen verursachen zudem eine Eisenmangelanämie.

Myome, die Richtung Blase wachsen, verursachen Blasenbeschwerden wie das Gefühl, ständig zur Toilette gehen zu müssen. Wenn zusätzlich die Blasenentleerung behindert ist, führt der Resturin häufig zu Blasenentzündungen. Myome, die auf den Darm drücken, haben Verstopfung zur Folge. Druck auf den Harnleiter verursacht einen Harnstau. Auch für Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, „Kreuzschmerzen“ und Ischiasbeschwerden können Myome verantwortlich sein.

In Sachen Fruchtbarkeit zeigen sich Myome manchmal ebenfalls tückisch. So kommt es bei Myompatientinnen häufiger zu Früh- oder Fehlgeburten. Myome, die ungünstig am Mündungsbereich der Eileiter liegen, verhindern sogar, dass die betroffene Frau überhaupt schwanger werden kann.
 
 

Ursachen

Die Ursache für die Entstehung von Myomen ist derzeit noch nicht bekannt. Man weiß aber immerhin soviel: Östrogene haben dabei ihre Finger im Spiel, denn unter ihrem Einfluss wachsen sie. Daher werden Myome zu den hormonabhängigen Tumoren gezählt. Sie entwickeln sich aus normalen Muskelzellen der Gebärmutter, die an bestimmten Bereichen eine große Wachstumsfreude an den Tag legen. Der Grund hierfür liegt jedoch nach wie vor im Dunkeln. Manche Gynäkologen gehen davon aus, dass es sich dabei um eine Art „Wachstumsenergie“ handelt, die an sich ausschließlich für die Schwangerschaft vorgesehen ist.
 
 

Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Immer wenn Beschwerden im Unterleib auftreten, ist dies ein Grund, zum Arzt zu gehen. Starke Blutungen, Schmerzen und andere Symptome müssen abgeklärt werden, damit man die Ursachen rechtzeitig therapieren kann.
 
 

Diagnose

Wer keine Beschwerden hat, erfährt erst bei gynäkologischen Routineuntersuchungen von seinen Myomen. Frauen, bei denen dies der Fall ist, sollten ab jetzt regelmäßig jedes halbe Jahr zur Kontrolle ihren Frauenarzt aufsuchen. Eine Therapie ist in der Regel nicht nötig, es sei denn, es entwickeln sich im Laufe der Zeit doch unangenehme Begleiterscheinungen.

Anders, wenn die gutartigen Geschwülste Probleme bereiten. Die Symptome können durchaus schwerwiegende Ausmaße annehmen und führen die Betroffenen unweigerlich zum Arzt. Ihm sollten sie die Beschwerden so ausführlich wie möglich beschreiben. Er braucht solche Angaben, um einen Anfangsverdacht zu entwickeln, dem er dann mit Hilfe verschiedener Diagnosemaßnahmen nachgeht. Hierzu zählt zunächst die gynäkologische Untersuchung. Myome am Muttermund kann der Gynäkologe hierbei bereits sehen. Größere Myome kann er ertasten. Weiteren Aufschluss erlaubt die Ultraschalluntersuchung über die Vagina, bei der Myome sich gut aufspüren lassen.

Für Patientinnen mit bestimmten Beschwerdebildern reicht dies jedoch nicht – hier sind weitergehende Untersuchungen notwendig wie die Bauchspiegelung, bei der in den Bauchraum hineinwachsende Myome beurteilt werden können. Beschwerden im Bereich von Niere und Blase machen unter Umständen ein Pyelogramm und eine Ultraschalluntersuchung der Niere erforderlich. Für das Pyelogramm muss der Patientin intravenös ein Kontrastmittel verabreicht werden. Die anschließende Röntgenaufnahme zeigt die Harnwege und damit auch, wenn etwas ihre Durchlässigkeit blockiert.

Von Fall zu Fall ist auch eine Blasen- oder eine Darmspiegelung sinnvoll. Eine Laboruntersuchung erlaubt Aussagen über eine eventuell vorliegende Eisenmangelanämie und den Östrogenspiegel.

Patientinnen, die über Regelblutungsstörungen klagen, oder deren Myome in der Schleimhaut sitzen, müssen sich zudem manchmal einer Ausschabung unterziehen, um ein möglicherweise vorliegendes Karzinom auszuschließen. Nur eine Gewebeuntersuchung zeigt die Beschaffenheit der vorliegenden Geschwulst.
 
 

Behandlung

In der Regel wird nur dann behandelt, wenn die Myome Beschwerden bereiten. Wie behandelt wird, hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren wie dem Alter der Patientin, womöglich bestehendem Kinderwunsch, den Symptomen und der Größe und Lage der Myome ab.

Grundsätzlich gilt: Myome können operiert oder per Medikament behandelt werden. Gerade bei jüngeren Frauen versucht man, die Gebärmutter möglichst zu erhalten. So lassen sich einzelne Myome je nach Lage entfernen und zwar entweder minimal-invasiv im Rahmen einer Bauchspiegelung oder durch einen Bauschnitt, der an der Schamhaargrenze angesetzt wird. Der Mediziner nennt den Eingriff Myomenukleation. Die Gebärmutter bleibt erhalten, aber in 15 Prozent der Fälle tritt das Myom wieder auf.

Unter bestimmten Umständen ist die Entfernung der Gebärmutter nötig. Dabei werden die Eierstöcke bei Frauen unter 50 Jahren nicht mit herausgenommen. Sie dienen weiterhin als Hormonlieferanten und verhindern den „künstlichen“ Eintritt der Wechseljahre.

Ist die Gebärmutter noch gut beweglich, erfolgt ihre Entfernung (Hysterektomie) über die Scheide. Liegen große Myome vor, oder sind sie zu zahlreich, muss die Operation jedoch nach wie vor über einen Schnitt im Unterbauch erfolgen.

Da Myome östrogenabhängig wachsen, kann man sie mit so genannten Antiöstrogenen behandeln. Sie lassen die Myome schrumpfen, verursachen allerdings wechseljahresähnliche Beschwerden. Deswegen ist diese Therapie nur für Frauen sinnvoll, bei denen der Eintritt der Menopause nicht mehr fern ist. Manchmal setzt man diese Mittel auch ein, um die Zeit vor einer entsprechenden Operation zu überbrücken. Wenn die Myome schrumpfen, schrumpft auch das Operationsrisiko.
 
 

Komplikationen

Myome können auffallend schnell wachsen und sich dabei stark verändern. Dies ist glücklicherweise selten der Fall, kann aber ein Zeichen für einen bösartigen Tumor sein.

Große Myome stören manchmal die Blutversorgung des Gewebes. Es stirbt ab, die Gebärmutter vereitert und vergiftet den gesamten Körper.

Myome, die auf einem Stiel sitzen, sind ein weiterer Auslöser für Komplikationen. Dreht sich das Myom, wird die Blutversorgung quasi „abgedrückt“. Das Ergebnis sind unerträgliche Schmerzen.
 
 

Prävention

Da man nicht weiß, was die Bildung von Myomen wirklich in Gang setzt, sind zurzeit auch keine wirkungsvollen Vorbeugungsmaßnahmen bekannt.
 
 

Was kann ich selbst tun?

Wenn Sie Beschwerden im Bereich des Unterleibs haben, sollten Sie Ihren Gynäkologen aufsuchen, damit er den Ursachen auf den Grund gehen kann. Denn viele Erkrankungen sind gut heilbar, wenn sie früh genug behandelt werden.