gutartige Tumoren

Was sind gutartige Tumoren in der Brust?

Nicht jeder Knoten in der weiblichen Brust ist Krebs. 60 Prozent aller Tumoren in diesem Gebiet sind gutartig (benigne), die restlichen 40 Prozent bösartig (maligne).

Tumor bedeutet eigentlich nichts anderes als „Schwellung“. Der Begriff bezeichnet jede Neubildung, also auch eine entzündliche Veränderung wie einen Abszess. Allerdings ist der Ausdruck in diesem Zusammenhang weniger gebräuchlich.

Der Unterschied zwischen einem gutartigen und einem bösartigen Tumor liegt im „Verhalten“ der jeweiligen Zellen. Bösartig entartete Zellen erkennen die „Nachbarschaftsgrenzen“ anderer Zellen nicht mehr an. Sie wachsen über ihre Grenzen hinaus, legen also ein so genanntes invasives Wachstum an den Tag. Sie teilen sich unaufhörlich und bringen damit das von der Natur eigentlich vorgesehene Gleichgewicht durcheinander. Und sie siedeln sich außerdem in anderen Körperregionen an und wuchern dort ebenso unkontrolliert. Dieser Vorgang nennt sich Metastasierung. Merkmale wie die beschriebenen grenzen den bösartigen Tumor von einem gutartigen Tumor ab.

Es gibt eine Reihe von gutartigen Tumoren – einige von ihnen sind eher seltene Exemplare, andere treten durchaus häufiger auf. Allen gemeinsam ist, dass sie vor allem bei jüngeren Frauen vorkommen. Grundsätzlich gilt: Im Lauf ihres Lebens lassen sich rund 15 Prozent aller Frauen wegen eines Geschwürs in der Brust untersuchen. Und die Tendenz ist steigend!

Die häufigsten gutartigen Tumoren in der Brust sind die Fibroadenome. Sie entstehen durch eine polsterartige Wucherung des Bindegewebes, wachsen langsam und erreichen die Größe einer Erbse oder Pflaume. In Zeiten hormoneller Umstellung wie in der Schwangerschaft, der Pubertät oder vor der Menopause „gedeihen“ sie besser denn je. Eine Sonderform stellt das juvenile Fibroadenom dar. Daneben gibt es so genannte Lipome, Wucherungen der Fettgewebszellen. Wahrscheinlich aus einem Fibroadenom bildet sich der Phylloidestumor (Cystosarcoma phylloides), dem er in der mikroskopischen Untersuchung gleicht. Das Milchgangspapillom (intraduktales Papillom) ist, wie der Name nahe legt, ein Tumor der Milchdrüsenausführungsgänge, der von den Epithelien der Milchgänge aus wächst. Er zählt, wie das Adenom der Mamille (Brustwarze), das von den Epithelien der Milchgänge in der Brustwarze ausgeht, zu den seltenen Tumorarten. Auch das Adenom der Mamma (Brust) tritt nicht allzu häufig auf. Unter dem Begriff werden übrigens unterschiedliche Tumoren zusammengefasst, die früher zu den Fibroadenomen oder zur Mastopathie gezählt wurden.
 
 

Symptome

In der Regel ertasten die betroffenen Frauen einen Knoten in ihrer Brust. Es können aber auch andere Symptome auftreten, die von Tumor zu Tumor verschieden sind.

Ein Fibroadenom kann zum Beispiel die Haut vorwölben, also durchaus von außen sichtbar werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn es besonders nah unter der Haut sitzt und wenn die betroffene Patientin sehr schlank ist. Lipome verursachen selten Beschwerden, sind nur schwer zu tasten und fallen eigentlich nur an Brüsten auf, die wenig Fettgewebe besitzen. Ein Phylloidestumor wächst sehr schnell und kann unter Umständen eine monströse Größe annehmen. Beim Milchgangspapillom kommt es von Fall zu Fall zu einem milchartigen Ausfluss aus der Brustwarze. Manchmal verursacht es sogar blutige Absonderungen. Milchartige Flüssigkeit, die aus der Brustwarze „tröpfelt“, kann aber auch für ein Adenom der Mamma (Brust) sprechen, genau gesagt für das laktierende Adenom. In anderen Fällen bleibt die Brust „trocken“, dann handelt es sich um ein tubuläres Adenom. Das Adenom der Mamille (Brustwarze) führt zum Austritt blutigen Sekrets aus der Brustwarze. Die Brustwarze wölbt sich bei manchen Patientinnen vor und zieht sich bei anderen ein.
 
 

Ursachen

Bestimmte Faktoren begünstigen die Entstehung eines gutartigen Tumors. So entwickeln Frauen, die über einen langen Zeitraum Östrogen eingenommen haben, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einen gutartigen Tumor als andere. Auch ledige Frauen, Frauen, die keine Kinder bekommen haben und Frauen, die in besonders „gut situierten Verhältnissen“ leben sind – laut Statistik – gefährdeter. Bessere Aussichten genießen dagegen Frauen, die gleich mehrfachen Nachwuchs aufweisen, die ihn lange gestillt haben und die die „Pille“ einnehmen. Einen positiven Effekt scheint in dieser Hinsicht außerdem die Langzeiteinnahme von Gestagenen zu haben. Und, auch wenn Rauchen ansonsten ausgesprochen schädlich für die Gesundheit ist, im Hinblick auf gutartige Tumoren scheint es das statistische Risiko für gutartige Tumoren in der Brust zu mindern.
 
 

Wann ist ein Arzt aufzusuchen?

Sobald Sie einen Knoten in Ihrer Brust ertastet haben, sollten Sie sich zur weiteren Diagnostik unbedingt in die Hände eines Arztes begeben, denn es gilt jetzt nicht nur, einen bösartigen Tumor auszuschließen. Selbst wenn es sich um einen gutartigen Tumor handelt, kann er mit zunehmender Größe ernste Beschwerden bereiten. Das Gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Auffälligkeiten, die Sie an Ihrer Brust bemerken, wie zum Beispiel plötzliche Größenunterschiede, austretendes Sekret oder Einziehungen der Brustwarze.
 
 

Diagnose

Die Diagnostik bei den unterschiedlichen gutartigen Tumoren der Brust ist in vieler Hinsicht ähnlich, unterscheidet sich jedoch in manchen Punkten durchaus.

In der Regel erhebt der Arzt zunächst die Krankengeschichte, fragt nach Vorerkrankungen und Beschwerden. Dann wird er die Brust untersuchen, also abtasten und auf Veränderungen überprüfen.

Beim Fibroadenom sind Mammographie und Ultraschall die Untersuchungsmittel der Wahl. Der entfernte Tumor muss mikroskopisch untersucht werden, um endgültig eine Krebserkrankung auszuschließen. Die Ausdehnung eines Lipoms ist sehr gut per Ultraschall darzustellen. Eine endgültige Diagnose erfolgt jedoch mit Hilfe einer Punktion, bei der mit einer Hohlnadel Gewebe entnommen wird. Auch beim Phylloidestumor muss zur endgültigen Diagnose eine Gewebeprobe gewonnen werden. Das Milchgangspapillom verlangt eine so genannte Galaktographie. Hierzu wird das Milchgangsystem mit Kontrastmittel gefüllt, um es in der anschließend ausgeführten Röntgenaufnahme sichtbar zu machen. Der Arzt kann so Veränderungen im Milchgangsystem erkennen. Die Galaktographie setzt der Arzt auch beim Verdacht auf ein Adenom der Mamille (Brustwarze) ein. Zusätzlich kommen Mammographie und Sonographie zum Einsatz. Die Untersuchung von Gewebeproben gibt endgültig Aufschluss. Mammographie, Sonographie und die Analyse von Gewebeproben tragen zur Diagnose eines Adenoms der Mamma (Brust) bei.
 
 

Behandlung

Auch wenn ein Tumor gutartig ist, sollte er im Allgemeinen operativ entfernt werden. Ausnahmen bilden unter Umständen manche Lipome und Fibroadenome.
 
 

Komplikationen

Das Fibroadenom kann in der Schwangerschaft zu Entzündungen und Schmerzen führen, denn auf Grund der hormonbedingten Umbauvorgänge in der Brust wird der Tumor in dieser Zeit manchmal nur mangelhaft versorgt und verursacht daher Beschwerden. Der Phylloidestumor schwillt bei manchen Patientinnen zu durchaus monströser Größe an und bereitet so nicht unerhebliche Schwierigkeiten.
 
 

Prävention

Das Erfolgsrezept zur Vorbeugung von gutartigen Tumoren gibt es leider nicht, da man lediglich bestimmte Risikofaktoren kennt, die genauen Ursachen ihrer Entstehung bislang jedoch nicht auszumachen sind.
 
 

Was kann ich selbst tun?

Tasten Sie regelmäßig, am besten einmal im Monat, Ihre Brüste ab. So bemerken Sie etwaige Veränderungen früh genug und können sich rechtzeitig in ärztliche Behandlung begeben.